Faktencheck #3
Oft heißt es, Geflüchtete hätten gar keine 'echten' Fluchtgründe – ein Blick auf die Fakten zeigt ein ganz anderes Bild. Die allermeisten Menschen fliehen vor existenzieller Not – und viele werden dafür auch offiziell als schutzbedürftig anerkannt.
Warum Menschen fliehen
Weltweit sind mehr Menschen auf der Flucht als je zuvor. In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl mehr als verdreifacht. Die meisten Geflüchteten kommen aus Afghanistan und Syrien (je 6,4 Millionen) sowie Venezuela (6,1 Millionen) 1.
Die Gründe für die Flucht sind vielfältig – aber immer ernst:
Im Jahr 2023 zählte das Konfliktbarometer 369 bewaffnete Konflikte und 22 Kriege. Hinzu kommen politische, ethnische oder religiöse Verfolgung, Naturkatastrophen und die Folgen des Klimawandels 2.
Schutz wird anerkannt – und das oft
In Deutschland entscheidet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) darüber, ob Menschen Schutz erhalten. 2024 lag die Schutzquote bei 61,3 % – also mehr als die Hälfte aller inhaltlich geprüfter Asylanträge.
Besonders hoch war die Schutzquote für die Länder:
- Syrien: 100 %
- Afghanistan: 94,6 %
- Somalia: 89,7 %
- Eritrea: 84,9 %
Außerdem wurden 2024 in über 20.000 Fällen Schutzstatus nachträglich durch Gerichte gewährt – trotz vorheriger Ablehnung durch das BAMF 3.
Es zeigt sich also: Flucht ist eine existenzielle Entscheidung, die nie ohne gewichtige Gründe getroffen wird – auch wenn diese nicht immer im Asylverfahren anerkannt werden.
1 Refugee Data Finder - Key Indicators
2 Aktuelle Ausgabe – HIIK
3 Drucksache 20/14272

