In den Pfingstferien fand erneut der Kurs „Fachrechnen“ für Auszubildende mit Migrationsbiographie im 1. Lehrjahr statt. Ziel des Kurses war es, die Kenntnisse im Fachrechnen zu verbessern und damit bessere Leistungen im Ausbildungsalltag und in der Berufsschule zu ermöglichen. In diesem Jahr nahmen zehn Auszubildende an dem Angebot teil.
Gerade im Bereich Fachrechnen stehen viele Teilnehmende vor besonderen Herausforderungen. Teilweise erschweren noch bestehende Deutschdefizite sowie eine nicht durchgängige oder eingeschränkte Schulbildung im Herkunftsland das erfolgreiche Absolvieren der Ausbildung. Umso wichtiger sind unterstützende Angebote, die fachliche Inhalte verständlich vermitteln und gleichzeitig sprachliche Hürden abbauen.
Im Mittelpunkt des Kurses standen die Grundrechenarten, Dreisatz, Prozentrechnen, das Berechnen von Flächeninhalten und Körpern, das Umrechnen von Größen sowie Textaufgaben zu allen behandelten Themen. Dabei wurde deutlich: Rechenaufgaben können nur dann korrekt gelöst werden, wenn die Inhalte der Textaufgaben verstanden werden.
Die Lehrkraft ging im Rahmen der zeitlichen Möglichkeiten auch auf individuelle Themenwünsche der Teilnehmenden ein, beispielsweise auf die Baugrabenberechnung. Besonders positiv aufgenommen wurden Unterrichtsmethoden, die praktische Erfahrungen aus dem beruflichen und privaten Alltag der Teilnehmenden einbezogen und mit anschaulichen Anwendungsbeispielen arbeiteten.
Erfreulich war auch in diesem Jahr die Unterstützung der Ausbildungsbetriebe, da mehrere Firmen ihre Auszubildenden für die Teilnahme am Kurs freistellten und ihnen so eine gezielte Förderung ermöglichten.
Bereits in den Sommerferien folgt in Kooperation mit der Steinbeisschule der Fachsprachenkurs „Bautechnik“. Das Angebot richtet sich an Auszubildende mit Migrationsbiographie im Übergang in das 2. Lehrjahr. Bautechnik ist ein prüfungsrelevantes Fach und stellt viele Auszubildende insbesondere aufgrund der komplexen Fachsprache vor große Herausforderungen.
Ziel des Kurses ist die Verbesserung der Kenntnisse in der Fachsprache Bautechnik. Die Teilnehmenden sollen den Anschluss im Berufsschulunterricht halten können, indem Inhalte und Fachbegriffe ausführlich und – soweit möglich – in einfacher Sprache vermittelt werden.
Wie anspruchsvoll Fachsprache sein kann, zeigen Begriffe wie „Eislinsenbildung bei bindigen Bodenarten“ oder die Frage, was passiert, wenn sich „Druckzwiebeln überlagern“. Solche Fachbegriffe müssen auch von Menschen mit Deutsch als Muttersprache zunächst gelernt und verstanden werden. Erst wenn die Fachsprache verstanden wird, können Textaufgaben richtig bearbeitet und Berechnungen korrekt durchgeführt werden.
Die Finanzierung der Berufsschulkurse erfolgt über Mittel der Stadt Stuttgart.
