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AWO Stuttgart warnt vor Abschaffung des Entlastungsbetrags: "Das wäre Sparen an der falschen Stelle"

PRESSEMITTEILUNG

Stuttgart, 29. Mai 2026. Die AWO Stuttgart kritisiert den Vorschlag der Wirtschaftsweisen, den Entlastungsbetrag in der Pflege abzuschaffen. Der monatliche Betrag von bis zu 131 Euro ermöglicht pflegebedürftigen Menschen Unterstützung im Alltag – etwa Hilfe im Haushalt, beim Einkaufen oder bei der Alltagsbegleitung. Aus Sicht der AWO Stuttgart ist diese Leistung ein wichtiger Baustein, damit ältere und pflegebedürftige Menschen möglichst lange selbstbestimmt in ihrer eigenen Wohnung leben können.

„Der Entlastungsbetrag ist keine verzichtbare Zusatzleistung, sondern für viele Menschen ganz konkrete Alltagshilfe“, sagt Sascha Erben, Geschäftsführer des AWO Kreisverbands Stuttgart. „Wer hier streicht, spart kurzfristig auf dem Papier – riskiert aber langfristig höhere Kosten im Pflegesystem. Denn einfache Unterstützung im Alltag kann dazu beitragen, stationäre Pflege zu vermeiden oder zumindest hinauszuzögern.“

Die AWO Stuttgart bietet über ihre Begegnungsstätten und sozialen Dienste vielfältige Unterstützung im Alltag an. Dazu gehören hauswirtschaftliche Hilfen, Reinigung in der Wohnung sowie Begleitung und Unterstützung beim Einkaufen. Diese Angebote entlasten Pflegebedürftige und Angehörige, schaffen aber zugleich regelmäßige soziale Kontakte. Gerade bei alleinlebenden älteren Menschen sind solche Kontakte ein wichtiger Schutz vor Isolation, Einsamkeit und Überforderung.

„In der Praxis erleben wir jeden Tag, wie wichtig diese niedrigschwelligen Hilfen sind“, betont Nora Yildirim, Geschäftsführerin des AWO Kreisverbands Stuttgart. „Es geht nicht nur darum, dass eine Wohnung sauber ist oder der Einkauf erledigt wird. Es geht darum, dass Menschen Sicherheit im Alltag haben, dass jemand nach ihnen schaut und dass sie weiterhin Teil ihres gewohnten Umfelds bleiben können.“

Aus Sicht der AWO Stuttgart verschwindet der Unterstützungsbedarf nicht, wenn der Entlastungsbetrag gestrichen wird. Er würde sich lediglich verlagern – zu Angehörigen, sozialen Trägern oder in die Pflegesachleistungen. Gerade ambulante Pflegedienste stehen jedoch bereits heute unter erheblichem Druck durch Personal- und Fachkräftemangel. Zusätzliche Aufgaben in der Alltagsunterstützung würden dort weiteren Aufwand erzeugen, ohne dass dafür ausreichend Personal vorhanden ist.

„Die entscheidende Frage ist doch: Wer soll diese Unterstützung künftig leisten?“, so Erben. „Wenn der Bedarf weiterhin besteht, aber der Entlastungsbetrag wegfällt, entsteht kein geringerer Pflegebedarf. Es entsteht nur mehr Druck auf Pflegedienste, Angehörige und soziale Träger.“

Hinzu kommt: Der Entlastungsbetrag stärkt auch niedrigschwellige soziale Infrastruktur im Quartier. Er ermöglicht sozialen Trägern, die keine klassischen Pflegedienste sind, alltagsnahe Unterstützung anzubieten und zu refinanzieren. Dazu gehören Begegnungsstätten, soziale Dienste und Angebote, die Menschen frühzeitig erreichen, Einsamkeit vorbeugen und Teilhabe ermöglichen.

„Unsere Begegnungsstätten in Stuttgart zeigen, wie wichtig präventive Angebote im Stadtteil sind“, sagt Yildirim. „Sie ermöglichen Begegnung, Unterstützung und Teilhabe – genau das, was ältere Menschen brauchen, um möglichst lange selbstbestimmt leben zu können.“

Die AWO Stuttgart teilt die Einschätzung, dass Verfahren in der Pflege einfacher und weniger bürokratisch werden müssen. Die Antwort auf bürokratischen Aufwand dürfe jedoch nicht die Abschaffung einer wichtigen Leistung sein.

„Wenn die Abrechnung zu kompliziert ist, dann müssen die Verfahren vereinfacht werden“, sagt Erben. „Die Lösung kann nicht sein, die Leistung zu streichen und damit pflegebedürftige Menschen, Angehörige, Pflegedienste und soziale Träger zusätzlich zu belasten.“

Die AWO Stuttgart fordert daher, den Entlastungsbetrag zu erhalten, zu entbürokratisieren und gezielt weiterzuentwickeln. Gerade in einer älter werdenden Stadtgesellschaft brauche es mehr alltagsnahe Unterstützung, nicht weniger.

Hintergrund:
Der Entlastungsbetrag steht pflegebedürftigen Menschen in häuslicher Pflege zur Verfügung und kann für anerkannte Unterstützungsangebote im Alltag eingesetzt werden. Dazu zählen unter anderem Betreuungsangebote, hauswirtschaftliche Hilfen und Unterstützung bei der Alltagsbewältigung. Ziel ist es, pflegebedürftige Menschen und Angehörige zu entlasten und ein möglichst langes Leben zu Hause zu ermöglichen.

Pressekontakt:
AWO Kreisverband Stuttgart e. V.
Nora Yildirim, Geschäftsführung

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Einleitungsbild Letzte Hilfe Kurse - Wissen, das trägt, wenn das Leben zu Ende geht
Letzte Hilfe Kurse - Wissen, das trägt, wenn das Leben zu Ende geht
 

Wie können wir für die Menschen da sein, die wir lieben, wenn ihr Leben zu Ende geht? Was hilft, was tröstet, was sollte geregelt werden – und was brauchen wir selbst, um diese Zeit gemeinsam zu gestalten?

 

Wir vom Ambulanten Hospizdienst der AWO Stuttgart erweitern unser Angebot und bieten ab sofort Letzte Hilfe Kurse in Stuttgart an. Möglich wird dies durch das Engagement ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer sowie Kolleginnen und Kollegen aus den AWO-Seniorenzentren. Gemeinsam verstärken sie den bestehenden Pool qualifizierter Kursleitungen anderer Organisationen, die bereits stadtweit aktiv sind.

 

In vier Stunden vermitteln zwei geschulte Kursleitungen zentrale Themen rund um die letzte Lebensphas

Sterben als Teil des Lebens (Palliative Care Vorsorgen und entscheiden Leiden lindern Abschied nehmen    

Ziel der Kurse ist es, Menschen zu befähigen, schwer kranke und sterbende Angehörige, Nachbar*innen oder Freunde zu begleiten, Leid zu lindern und Lebensqualität bis zuletzt zu erhalten. Wir wollen die oft erlebte Hemmschwelle hierbei adressieren und dazu beitragen, sie ein Stück weit abzubauen.

 

Die Kurse finden in den AWO Begegnungs- und Servicezentren in verschiedenen Stadtteilen statt. Dank der Kooperation mit dem Letzte Hilfe Verein und der BKK Energie sind die Kurse kostenfrei. Das Angebot richtet sich an alle Interessierte – Vorkenntnisse sind nicht erforderlich

 

Termine 2026 in Stuttgart:

20. Juli, 12:00–16:00 Uhr | AWO Zuffenhausen, Unterländerstr. 48

27. Juli, 17:00–21:00 Uhr | AWO Fasanenhof, Solferinoweg 7

28. September, 17:00–21:00 Uhr | AWO Botnang, Griegstr. 8

21. Oktober, 16:30–20:30 Uhr | AWO Salzäcker, Widmaierstr. 137

3. November, 16:30–20:30 Uhr | AWO Dürrlewang, Osterbronnstr. 64B

 

Anmeldung und weitere Informationen: www.letztehilfe.info/kurse

Einleitungsbild Die AWO Stuttgart trauert um ihren Vorsitzenden Harald Seeger
Die AWO Stuttgart trauert um ihren Vorsitzenden Harald Seeger

Mit tiefer Betroffenheit müssen wir mitteilen, dass unser Vorsitzender Harald Seeger nach kurzer, schwerer Krankheit Ende April verstorben ist.

Mit seinem Tod verliert unser Kreisverband weit mehr als einen Amtsträger. Wir verlieren einen Menschen, der die AWO mit klarer Haltung, unermüdlichem Engagement und großer innerer Überzeugung getragen hat. Jemand, der zuhörte, Orientierung gegeben und auch in schwierigen Zeiten Ruhe bewahrt hat. Er hat stets denen Gehör verschafft, deren Stimmen sonst nicht gehört werden. Kindern und wirtschaftlich schwach gestellten Menschen sowie Menschen mit Fluchterfahrung galten seine besondere Solidarität und sein großes Engagement.

Viele Entscheidungen, Entwicklungen und Begegnungen in unserem Verband tragen seine Handschrift. Vor allem aber bleibt die Erinnerungen an den besonderen Menschen.

Was empfinden große Dankbarkeit. Dankbarkeit für seine Zeit und sein Wirken zur AWO und für die Spuren, die er hinterlässt.
Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und allen, die ihm nahestanden.

Wir danken Harald Seeger für seinen unermüdlichen Einsatz für eine gerechtere Welt, ganz im Sinne der Arbeiterwohlfahrt.


Die Mitglieder und Mitarbeitenden der AWO Stuttgart

 

 

Einleitungsbild SAVE THE DATE - WORLD REFUGEE DAY 20.06.2026
SAVE THE DATE - WORLD REFUGEE DAY 20.06.2026

Am 20. Juni wird weltweit der World Refugee Day begangen – ein Tag, der den Blick auf Menschen richtet, die ihre Heimat verlassen mussten. Auf Geschichten von Verlust und Neubeginn. Auf Mut, Hoffnung und die Kraft, weiterzugehen. Aber auch auf die Verantwortung, die wir als Gesellschaft gemeinsam tragen.

Unter dem Motto „We celebrate diversity“ möchten wir in Stuttgart ein Zeichen setzen: für Vielfalt, für Menschlichkeit und für ein Miteinander, das nicht bei Herkunft, Sprache oder Aufenthaltsstatus endet.

Denn Vielfalt ist mehr als ein schönes Wort. Sie zeigt sich in den Menschen, die unsere Stadt mitgestalten – mit ihren Erfahrungen, Talenten, Sprachen, Erinnerungen, Träumen und Perspektiven. Geflüchtete Menschen bringen nicht nur Geschichten von Flucht mit. Sie bringen Wissen, Stärke, Kultur, Kreativität und den Wunsch nach Teilhabe mit. Sie sind Nachbar*innen, Kolleg*innen, Freund*innen, Schüler*innen, Eltern, junge Menschen mit Zukunftsplänen – und ein wichtiger Teil unserer Stadtgesellschaft.

Der Aktionstag zum World Refugee Day lädt dazu ein, einander zu begegnen, zuzuhören und voneinander zu lernen. In Workshops, Gesprächen, kreativen Angeboten und an Infoständen schaffen wir Räume für Austausch, Solidarität und neue Perspektiven. Im Mittelpunkt stehen die Stimmen von Menschen mit Fluchterfahrung und das gemeinsame Engagement vieler Initiativen, Vereine und Akteur*innen in Stuttgart.

Wir möchten an diesem Tag nicht nur über Flucht sprechen, sondern über Menschen. Nicht nur über Herausforderungen, sondern auch über Chancen. Nicht nur über Integration, sondern über echtes Ankommen, gegenseitigen Respekt und gemeinsame Verantwortung. Dabei ist die AWO Stuttgart nicht nur Teil des Organisationsteams, sondern stellt zudem seine Arbeit im Bereich der Migrationssozialarbeit vor.

We celebrate diversity – weil jede Geschichte zählt. 
Weil jede Stimme gehört werden sollte. 
Weil eine offene Stadt davon lebt, dass Menschen einander sehen, anerkennen und zusammenhalten.

Wir laden euch herzlich ein, diesen Tag mit uns zu gestalten: offen, solidarisch, vielfältig und menschlich.

World Refugee Day 2026  Samstag, 20. Juni 2026  Jugendhaus Degerloch, Stuttgart  Eintritt frei

 

 

KONTAKT

Arbeiterwohlfahrt
Kreisverband Stuttgart e.V.
Olgastraße 63  70182 Stuttgart
Tel.:0711 21061-0,
E-Mail: mail@awo-stuttgart.de 

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