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Einleitungsbild Zero Discrimination Day am 01.03.2026
Zero Discrimination Day am 01.03.2026

Seit 2021 arbeiten wir als Sozialarbeitende des Fachkräftetandems in zwei Stuttgarter Stadtteilen mit Familien in Sozialunterkünften. Das Tandem besteht nun aus uns Sozialarbeitenden der AWO in der Elternberatung und unseren Kolleg*innen der Mobilen Jugendarbeit der EVA Stuttgart und des Caritasverbands Stuttgart, die Angebote für Kinder und Jugendliche gestalten. Mit den Eltern füllen wir häufig Anträge aus, reagieren gemeinsam auf Briefe, vereinbaren Termine und begleiten sie bei Bedarf auch dort hin.

Dabei nehmen wir regelmäßig wahr, dass gesellschaftlich akzeptierter und strukturell verankerter Antiziganismus Ausschlüsse auf vielfältige Weise legitimiert und reproduziert. Als Rom*nja gelesene Menschen erleben beispielsweise bei Arztbesuchen oder in Behörden häufig Hürden, unverhältnismäßige Anforderungen oder eine abfällige Behandlung. Es gibt viele weitere Beispiele, die die tiefe Verankerung der Diskriminierung von Rom*nja auf individueller und struktureller Ebene belegen. Es gibt sämtliche weitere Beispiele, die die die tiefe Verankerung der Diskriminierung von Rom*nja auf individueller und struktureller Ebene belegen.

Der Zentralrat Sinti und Roma schreibt 2017 in seiner Arbeitsdefinition über Antiziganismus Folgendes: „Antiziganismus […] umfasst 1. eine homogenisierende und essentialisierende Wahrnehmung und Darstellung dieser Gruppen [der Sinti*zze und Rom*nja]; 2. die Zuschreibung spezifischer Eigenschaften an diese; 3. vor diesem Hintergrund entstehende diskriminierende soziale Strukturen und gewalttätige Praxen, die herabsetzend und ausschließend wirken und strukturelle Ungleichheit reproduzieren.” (S. 5). Wir nehmen wahr, dass auch von Mitarbeitenden des Hilfesystems teils pauschalisierende und stereotypisierende Aussagen getroffen werden, die sich mit Sicherheit auf ihr Angebot an die Familien auswirken. Antiziganismus wird normalisiert.

Deshalb wollen wir betonen: Der Zero Discrimination Day gilt für Sinti*zze und Rom*nja ebenso wie für alle anderen von Diskriminierung betroffenen Menschen. Wir sprechen uns für eine Gleichbehandlung aller Personen und gegen willkürliches Misstrauen von Behördenmitarbeitenden gegenüber als Rom*nja gelesenen Personen aus! Wir verurteilen zutiefst Kulturalisierungen prekärer Lebensumstände, die nicht freiwillig gewählt sind, sondern aufgrund von Not und unzureichender Unterstützungsangebote bestehen. Und wir fordern eine selbstkritische Auseinandersetzung aller Menschen mit ihren antiziganistischen Denkmustern.

Verfasst von Johanna Franke, Melina Šanta und Babel Dahmash

Weiterführende Informationen und Links:

-          Meldestelle MIA: Meldung von antiziganistischen Äußerungen und Taten https://www.antiziganismus-melden.de/

-          Amaro Foro e. V.: Antidiskriminierungsarbeit, Informationen und Publikationen https://amaroforo.de/materialien/

Einleitungsbild Ein Tag für Dich
Ein Tag für Dich

Am 20. November 2025 war es soweit: Die erste Veranstaltung im Rahmen des neuen Projektes „Ein Tag für Dich“ fand im Alten Feuerwehrhaus statt. Finanziert aus dem großzügigen Nachlass einer Spenderin, deren Sohn selbst vor vielen Jahrzehnten in Stuttgart obdachlos war und dem damals von der AWO Stuttgart geholfen wurde, soll dieses Angebot besonders Menschen zu Gute kommen, die von Wohnungslosigkeit bedroht oder betroffen sind. 

 

Einmal monatlich öffnet das Alte Feuerwehrhaus seitdem seine Türen im Rahmen des Projektes. Neben Heiß- und Kaltgetränken wie Kaffee, Tee, Saft und Wasser bildet das warme Mittagessen den Grundstein jeder Veranstaltung. Zum Start gab es einen Makkaroni-Auflauf mit Käse und Tomatensoße, dazu Salat und zum Nachtisch Milchreis aus der Inklusionsküche des Rudolf-Sophien-Stifts. Das Essen wurde von den Gästen sehr gelobt und war ausreichend vorhanden, sodass es auf Nachfrage auch für viele noch für einen Nachschlag reichte. 

 

Neben dem kulinarischen Aspekt sollen weitere Angebote eine praktische, alltagsnahe Unterstützung für die Besucher:innen darstellen. Für die ersten Termine konnte eine Kooperation mit Trott-war und der Initiative „Haste mal ne Jacke“ geschlossen werden, die sich mit ca. 40 Umzugskartons mit Winterjacken in allen Größen und Farben im Foyer ausbreiteten und diese an die Gäste verteilten. Zusammen mit den Sachspenden von „Helfende Hände e.V.“ aus der direkten Nachbarschaft des Alten Feuerwehrhauses, die Schlafsäcke, Hygieneprodukte und weitere Kleidungsstücke zur Verfügung stellten, konnte hier eine umfangreiche Auswahl angeboten werden. Diese Zusammenarbeit wird auch weiterhin fortgesetzt.

 

Die Auftaktveranstaltung am 20.11. dauerte von 10.30 Uhr bis 16.00 Uhr, über den Tag konnten um die 100 Personen im Alten Feuerwehrhaus begrüßt werden. Die Stimmung war sehr harmonisch, die meisten Besucher:innen waren begeistert und kehrten auch bei der nächsten Veranstaltung wieder zurück. 

 

Auf lange Sicht sind auch weitere Unterstützungsangebote geplant, die sich auf das direkte Feedback der Besucher:innen stützen. „Ein Tag für Dich“ soll sich flexibel weiterentwickeln und an konkrete Bedarfe anpassen. Die Grundlage dafür bilden neben dem warmen Mittagessen bei jeder Veranstaltung das eingespielte Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen, die großen Räumlichkeiten im Erdgeschoss des Alten Feuerwehrhauses sowie der finanzielle Rahmen durch den Nachlass der Spenderin. 

 

Wir freuen uns darauf, "Ein Tag für Dich" auch in den kommenden Monaten weiterzuführen. Schon jetzt können wir auf einige schöne Momente und Begegnungen zurückblicken und freuen uns auf alle weiteren!

 

Einleitungsbild AWO-Frauen*Netzwerk Württemberg zur Landtagswahl - Kandidatinnen beantworten Fragen der Wahlprüfsteine
AWO-Frauen*Netzwerk Württemberg zur Landtagswahl - Kandidatinnen beantworten Fragen der Wahlprüfsteine

Mit gezielten Fragen an Kandidatinnen aller demokratischer Parteien in den vier Stuttgarter Wahlbezirken setzt sich das AWO Frauen"Netzwerk Württemberg dafür ein, den Frauenanteil im Landtag bei der Wahl am 08. März 2026 zu erhöhen und Frauen- und Gleichstellungspolitik stärker in den Fokus zu rücken. Wie die Kandidatinnen auf die Fragen geantwortet haben, erfahren Sie hier: 

Gabriele Heise-FDP-Stuttgart III herunterladen

Hannah Binder-SPD-Stuttgart I herunterladen

Laura-Streitburger-SPD-Stuttgart III herunterladen

Mercedeh-Ghazaei-Die Linke-Stuttgart I herunterladen

Muhterem Aras-Die Gruenen-Stuttgart I herunterladen

Sara Dahme-SPD-Stuttgart II herunterladen

 

Noch mehr Informationen über das Frauen*Netzwerk Württemberg finden Sie auf der Website der AWO Württemberg, hier der Link:  https://www.awo-wuerttemberg.de/engagement/awo-frauennetzwerk .

Einleitungsbild Sprache verbindet: Der Internationale Tag der Muttersprache und
Sprache verbindet: Der Internationale Tag der Muttersprache und "Mama lernt Deutsch" bei der AWO Stuttgart

Rund um den Internationalen Tag der Muttersprache am 21. Februar 2026 rückt ein globales Anliegen in den Fokus: die Wertschätzung sprachlicher Vielfalt und der gleichberechtigte Zugang zu Sprache. Genau hier setzen die Mama-lernt-Deutsch-Kurse der AWO Stuttgart an.

Der Internationale Tag der Muttersprache steht dafür, Erstsprachen nicht als Defizit, sondern als Ressource zu begreifen. Dieses Prinzip spiegelt sich in den Kursen wider: Viele Teilnehmerinnen sind mehrsprachig und bringen ein ausgeprägtes Sprachbewusstsein mit. Ihre Muttersprache bildet das Fundament für den Erwerb des Deutschen, sie unterstützt Lernstrategien, fördert Motivation und stärkt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Deutsch lernen heißt hier nicht, die eigene Sprache zu verdrängen, sondern neue sprachliche Teilhabe auf ihr aufzubauen.

Zugleich machen die Kurse das Menschenrecht auf Sprache praktisch zugänglich. Viele Mütter sind durch Care-Arbeit, fehlende Betreuungsplätze oder starre Kursformate vom Spracherwerb ausgeschlossen. Die niedrigschwellige Struktur der Mama-lernt-Deutsch-Kurse – vormittags, in wenigen Terminen, angepasst an Schul- und Ferienzeitenzeiten – ist daher kein Kompromiss, sondern ein bewusst inklusives Bildungskonzept. Sprache wird so zum Schlüssel für Kommunikation mit Schule, Kita oder Ärzte*innen, für gesellschaftliche Teilhabe und Selbstwirksamkeit.

Die Wirkung reicht über die Teilnehmerinnen hinaus. Mütter sind zentrale Sprachvermittlerinnen im Familienalltag. Wenn sie Deutsch lernen, stärken sie die Bildungsbiografien ihrer Kinder und begleiten Mehrsprachigkeit aktiv. Die begleitende Kinderbetreuung sendet dabei ein klares Signal: Muttersein und Lernen schließen sich nicht aus.

Der Internationale Tag der Muttersprache lädt dazu ein, über Zugänge zu Sprache nachzudenken und vor allem darüber, wessen Lebensrealitäten berücksichtigt werden. Die Mama-lernt-Deutsch-Kurse der AWO Stuttgart zeigen, wie Sprachförderung gelingen kann, wenn Muttersprache, Care-Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe zusammengedacht werden.

Foto: ChatGPT Image 18. Feb. 2026, 11-56-20, mit KI generiert

 

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