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Einleitungsbild Ein Wochenende voller Nähe und Tiefe
Ein Wochenende voller Nähe und Tiefe

Im Dezember 2025 verbrachten die Teilnehmenden des aktuellen Qualifizierungskurses im Hospizdienst ein Seminar-Wochenende in Schöntal.
Julia ist Teilnehmerin dieses Kurses. Sie berichtet davon, wie sie dieses Wochenende erlebt hat.

„Ich empfand es als großes Geschenk, dass wir als Gruppe dieses Wochenende gemeinsam im Seminarhaus verbracht haben. Es hat uns den Raum gegeben, uns besser kennenzulernen und als Gemeinschaft zusammenzuwachsen. Dabei entstand eine neue Form der Vertrautheit untereinander.

Das Wochenende war für mich eine schöne Mischung aus gemeinsamer, intensiver inhaltlicher Arbeit und „leichter Zeit“ drumherum. In diesem geschützten Rahmen entstand eine besondere Atmosphäre, die es möglich machte, sich mit persönlichen, tiefgreifenden Themen auseinanderzusetzen. Zu erleben, was alles miteinander geteilt wurde, hat mich stellenweise sehr berührt. Ich glaube, wir sind dadurch füreinander nahbarer geworden. Gleichzeitig gab es viel Raum für Leichtigkeit – beim Essen oder beim Ausklingenlassen der Abende mit beschwingten Gesprächen. Alles, was eben so aufkam. Auch diese heiteren Momente haben uns näher zusammengebracht.

Selbsterfahrung als Fundament

Besonders war für mich die Auseinandersetzung mit den eigenen zwischenmenschlichen Beziehungen und darin enthaltenen Lebensthemen. Solche Selbsterfahrungen finde ich immer höchst wertvoll: Einerseits, um mich selbst noch besser kennenzulernen und mir meiner „blinden Flecken“ bewusst zu werden – auch durch das Feedback der Gruppe. Andererseits bin ich fest davon überzeugt, dass ich nur mit Methoden gut arbeiten kann, die ich selbst erfahren habe. Nur dann kann ich abschätzen, welche Wirkung sie haben können, aber auch welche Grenzen. 

 

Dementsprechend wertvoll war die abschließende Reflexion darüber, wie diese Form der Biographiearbeit in der Begleitung sterbender Menschen einzuordnen ist. Es wird für uns nicht darum gehen, die Methode genau so anzuwenden. Sie hilft uns aber, dem Menschen in seinem System und mit seiner persönlichen Geschichte mit noch mehr Bewusstheit und Respekt zu begegnen – und dabei gleichzeitig gut mit uns selbst im Kontakt zu bleiben.

 

Die Kunst des Zurückhaltens

In meiner psychotherapeutischen Arbeit erlebe ich es meist als besonders erfüllend, mit den Menschen tiefe innere Arbeit zu gestalten. Eine reine Symptombehandlung liegt mir eher fern; das kann kurzfristig entlasten, aber wie nachhaltig ist das, wenn die zugrunde liegenden Konflikte nicht bearbeitet werden? Ich arbeite daher gerne aufdeckend und klärend – natürlich immer vorausgesetzt, mein Gegenüber möchte das auch.

Durch das Wochenende und die Selbsterfahrung ist mir klar geworden, dass die Arbeit mit Sterbenden nur bedingt mit meinem therapeutischen Alltag vergleichbar ist. Egal, was ich zur Lebensgeschichte oder zu den Beziehungen eines Menschen erfahren werde: Oft wird es meine Aufgabe sein, mich mit meinen Gedanken und Impulsen dazu bewusst zurückzuhalten. Vielleicht ist es mal sinnvoll, eine Beziehungsklärung anzustoßen oder biografische Aspekte zu besprechen. Vielleicht aber auch gerade nicht. Das bestimmt einzig und allein der sterbende Mensch. Und der möchte vielleicht gar nicht mehr so viel.

In die Tiefe gehen – das kann ich. Doch für diese neue Aufgabe wird es für mich wichtig sein, auch mal bewusst an der Oberfläche zu bleiben und nicht zu viel zu wollen. Nicht jedes Fass muss zum Ende hin noch einmal geöffnet werden. Letztendlich zählt nur eines: Den Menschen darin zu unterstützen, was er braucht, um dieses Leben verlassen zu können.

 

 

 

 

Einleitungsbild Aktion am Welttag der Migrant*innen und Flüchtlinge an der Grundschule Heumaden
Aktion am Welttag der Migrant*innen und Flüchtlinge an der Grundschule Heumaden

Am Welttag der Migrant*innen und Flüchtlinge (19.01.) wurde an der Grundschule Heumaden eine Weltkarte aufgehangen. Alle Kinder und Erwachsenen konnten mit einem Punkt auf der Weltkarte markieren, in welchem Land ihre familiären Wuzeln liegen. Für die Kinder waren rote Punkte vorgesehen, für die Erwachsenen grüne. Die Kinder klebten mit Stolz ihre roten Punkte auf die Weltkarte und tauschten sich untereinander aus. Viele Kinder waren überrascht, wo die Wurzeln ihrer Freundinnen und Freunde lagen. Am Ende stand eine Weltkarte voller Punkte, die über alle Kontinente verteilt waren. 

Mit dieser Aktion wurde sichtbar, wie vielfältig die Grundschule Heumaden ist.

Einleitungsbild Nora Yildirim wird zum 1. Januar 2026 Sprecherin der Liga der Wohlfahrtspflege Stuttgart
Nora Yildirim wird zum 1. Januar 2026 Sprecherin der Liga der Wohlfahrtspflege Stuttgart

Die Liga der Wohlfahrtspflege Stuttgart, ein Zusammenschluss der freien Träger, gibt einen Wechsel in ihrer Sprecherfunktion bekannt. Nach vier Jahren erfolgreicher Amtszeit übergab Pfarrer Klaus Käpplinger, Vorstand der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart, die Sprecherrolle zum 1. Januar 2026 an Nora Yildirim, Geschäftsführerin der AWO Stuttgart. Die Liga der Wohlfahrtspflege Stuttgart dankt Herrn Käpplinger für die engagierte und erfolgreiche Führung in den vergangenen vier herausfordernden Jahren. Unter seiner Leitung hat die Liga wichtige Impulse für die soziale Arbeit in Stuttgart gesetzt und die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung sowie dem Gemeinderat weiter gestärkt. 

Mit Nora Yildirim übernimmt eine bekannte und engagierte Vertreterin der Wohlfahrtspflege die Sprecherfunktion in schwierigen Zeiten: 

„Die Liga Stuttgart wird auch künftig konstruktiv mit der Stadtverwaltung und der Stadtpolitik zusammenarbeiten. Die Liga der Wohlfahrtspflege versteht sich neben ihrer Rolle als Vertretung der freien Träger mehr denn je auch als Interessenvertreterin für ein sozial gerechtes Stuttgart und als Anwältin der Bedarfe von Menschen in unseren Diensten und Einrichtungen.“ 

Die zurückliegenden Haushaltsplanberatungen der Landeshauptstadt im Dezember 2025 haben gezeigt, wie wichtig die enge Zusammenarbeit zwischen Stadt und freien Trägern ist, damit – trotz der schwierigen Zeiten – die soziale Infrastruktur und der gesellschaftliche Zusammenhalt in Stuttgart nicht gefährdet werden. „Denn an Sozialem, Bildung und Kultur zu sparen, kostet viel zu viel“, so die neue Liga-Sprecherin Nora Yildirim.

 

 

Einleitungsbild Ehrenamt im Ruhestand - eine sinnvolle Beschäftigung
Ehrenamt im Ruhestand - eine sinnvolle Beschäftigung

Holger (Name geändert) ist seit einigen Jahren im Ruhestand. Den größten Teil seines Berufslebens hatte er bei einem Automobilhersteller in Zuffenhausen verbracht. Der Übergang in den neuen Lebensabschnitt war daher eine spürbare Veränderung. Für ihn stand jedoch von Anfang an fest, dass er sich nicht einfach zurücklehnen und abwarten würde, was kommt. Stattdessen machte er sich früh einen Plan.

Besonders wichtig war ihm der soziale Kontakt. Kolleginnen und Kollegen lassen sich zwar nicht einfach ersetzen, aber Holger war überzeugt, dass es genügend andere Menschen im Ruhestand geben musste, denen es ähnlich ging. Also beschloss er, jeden Tag zum Mittagessen zu gehen und zwar möglichst immer in ein anderes Restaurant. Da er schon früher häufig essen gegangen war, hatte er sich schon früh informiert, wo es einen Mittagstisch gab. Dass er dort allerdings regelmäßig auf bekannte Gesichter treffen würde, überraschte ihn dann doch. Oft saßen frühere Bekannte am Tisch oder sogar seine Nachbarin. Mit der Zeit blieb man auch mal länger sitzen, es entstanden feste Runden, fast schon Stammtische.

So wichtig die Gespräche auch waren, ganz allein darauf wollte Holger sich nicht verlassen. Fit bleiben sei schließlich genauso wichtig, meinte er und nur vom Reden bleibe man nicht beweglich. Trotzdem waren genau diese Gespräche entscheidend, denn ohne sie hätte er von vielen Möglichkeiten gar nichts erfahren. Er hörte von Menschen, für die die Rente finanziell nicht ausreichte und die deshalb weiterarbeiteten. Ihm selbst ging es weniger ums Geld als um eine sinnvolle Beschäftigung. Dabei erfuhr er, wie vielfältig ehrenamtliches Engagement sein kann. Besonders blieb ihm die Erzählung eines Bekannten im Kopf, der Fahrdienste für ältere Menschen übernahm.  Eine Idee, die Holger zuerst etwas amüsant fand.

Der entscheidende Kontakt ergab sich schließlich über seinen Sohn, der einen früheren Schulfreund hatte, der bei der AWO arbeitet. Holger sprach ihn darauf an und wenig später war er selbst bei den mobilen Diensten aktiv. Heute begleitet er Seniorinnen und Senioren beim Einkaufen, fährt sie zu Arztterminen oder hilft bei kleinen Reparaturen im Haushalt, etwa beim Wechseln von Glühbirnen.

Für Holger ist das Engagement eine klassische Win-win-Situation: Er bleibt beschäftigt, und gleichzeitig wird Menschen geholfen, die auf Unterstützung angewiesen sind. Oft mache die Arbeit sogar richtig Spaß. Dennoch merkt auch er inzwischen, dass er langsam kürzertreten muss. Der Körper meldet sich. Gerade deshalb wünscht er sich, dass es eines Tages auch für ihn Hilfe geben wird, sollte es ihm selbst einmal nicht mehr so gut gehen. Durch seine Tätigkeit sei ihm erst richtig bewusst geworden, wie viele Menschen im Alltag auf Unterstützung angewiesen sind.

Die AWO Stuttgart bietet verschiedene Möglichkeiten für eine ehrenamtliches Engagement an. Ganz klassisch oder auch für eine Aufwandsentschädigung. In der Altenhilfe können Sie sich in einem unserer Begegnungs- und Servicezentren oder einem unserer Stadtteilhäuser einbringen. Beispielsweise in der Cafeteria oder in den Kursen. Gerne aber auch in der Nachbarschaftshilfe, oder wie Holger, bei unseren mobilen Diensten. Infos erhalten sie vor Ort oder bei der Bereichsleitung Oliver Scherer unter 0711/21061-55 oder auf unserer Website unter www.awo-stuttgart.de. 

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