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Einleitungsbild Die AWO Stuttgart trauert um ihren Vorsitzenden Harald Seeger
Die AWO Stuttgart trauert um ihren Vorsitzenden Harald Seeger

Mit tiefer Betroffenheit müssen wir mitteilen, dass unser Vorsitzender Harald Seeger nach kurzer, schwerer Krankheit Ende April verstorben ist.

Mit seinem Tod verliert unser Kreisverband weit mehr als einen Amtsträger. Wir verlieren einen Menschen, der die AWO mit klarer Haltung, unermüdlichem Engagement und großer innerer Überzeugung getragen hat. Jemand, der zuhörte, Orientierung gegeben und auch in schwierigen Zeiten Ruhe bewahrt hat. Er hat stets denen Gehör verschafft, deren Stimmen sonst nicht gehört werden. Kindern und wirtschaftlich schwach gestellten Menschen sowie Menschen mit Fluchterfahrung galten seine besondere Solidarität und sein großes Engagement.

Viele Entscheidungen, Entwicklungen und Begegnungen in unserem Verband tragen seine Handschrift. Vor allem aber bleibt die Erinnerungen an den besonderen Menschen.

Was empfinden große Dankbarkeit. Dankbarkeit für seine Zeit und sein Wirken zur AWO und für die Spuren, die er hinterlässt.
Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und allen, die ihm nahestanden.

Wir danken Harald Seeger für seinen unermüdlichen Einsatz für eine gerechtere Welt, ganz im Sinne der Arbeiterwohlfahrt.


Die Mitglieder und Mitarbeitenden der AWO Stuttgart

 

 

Einleitungsbild PRESSEMITTEILUNG: AWO Stuttgart gewinnt Landespreis gegen Einsamkeit - Gaming als Brücke zu echter Gemeinschaft
PRESSEMITTEILUNG: AWO Stuttgart gewinnt Landespreis gegen Einsamkeit - Gaming als Brücke zu echter Gemeinschaft

Stuttgart, 28. April 2026 – Die offene Kinder- und Jugendhilfe der AWO Stuttgart wurde beim landesweiten „Ideenwettbewerb Einsamkeit" des baden-württembergischen Sozialministeriums von Minister Manne Lucha ausgezeichnet. Ihr medienpädagogisches Konzept „Connect and Play – Gemeinsam statt einsam" überzeugte die Fachjury mit einem innovativen Ansatz: Gaming und digitale Medien als Türöffner für echte soziale Verbindungen unter jungen Menschen.

Sozialminister Lucha (mi.) überreicht AWO-Geschäftsführer Sascha Erben (re.), in Begleitung von SMZ-Geschäftsführer Hans-Jürgen Rotter (li.), die Urkunde des Landespreises (Foto: Leif Piechowski)

Digitale Kontakte ersetzen keine tragfähigen Beziehungen

Einsamkeit unter Jugendlichen ist ein wachsendes Problem – und eines, das auf den ersten Blick oft unsichtbar bleibt. Viele junge Menschen sind digital bestens vernetzt, verfügen jedoch kaum über stabile, belastbare soziale Beziehungen.

„Einsamkeit darf kein Tabuthema sein", betonte Lucha bei der Preisverleihung. „Wer sich zurückzieht, braucht Mitmenschen, die hinschauen und aufeinander zugehen."

Klassische Begegnungsformate greifen dabei häufig zu kurz. Die AWO Stuttgart setzt deshalb dort an, wo junge Menschen ohnehin sind: in der digitalen Welt. Das Konzept verbindet regelmäßige, medienpädagogisch begleitete Gaming-Angebote mit analogen Präsenztreffen. Dabei steht nicht Wettbewerb, sondern Gemeinschaft im Mittelpunkt. Umgesetzt wird das Projekt mit Unterstützung der Computerspielschule im Stadtmedienzentrum Stuttgart sowie dem E-Sports-Verein Engines Stuttgart e. V.

875.000 Euro für 35 Projekte aus ganz Baden-Württemberg

Sozialminister Manne Lucha prämierte die Siegerinnen und Sieger des Wettbewerbs am Dienstag in Stuttgart. Insgesamt 323 Bewerbungen von gemeinnützigen Organisationen, Kommunen und Vereinen aus dem ganzen Land waren eingegangen – eine Resonanz, die das Ausmaß des Problems deutlich macht. Eine 16-köpfige Fachjury wählte 35 Projekte aus, die Fördergelder zwischen rund 4.000 und 30.000 Euro erhalten.

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an die AWO Stuttgart, Bereichsleitung Kinder- und Jugendhilfe: Dr. Harald Strauß, Tel. 0 711 21061-29/Mob. 0 1590 651 609 2 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Einleitungsbild Der Garantiefonds Hochschule der AWO Stuttgart - Chancen durch Bildungsberatung für junge Zugewanderte
Der Garantiefonds Hochschule der AWO Stuttgart - Chancen durch Bildungsberatung für junge Zugewanderte
   

Die AWO Stuttgart ist stolz darauf, als Träger des Garantiefonds Hochschule jungen Zugewanderten den Weg zu einer akademischen Ausbildung in Deutschland zu ebnen. Der Garantiefonds Hochschule ist ein bundesweites Förderprogramm, das in mehr als 20 Städten und Regionen junge Menschen bis 30 Jahre unterstützt, die in Deutschland ein Studium beginnen beziehungsweise fortsetzen möchten.

Was ist der Garantiefonds Hochschule? 

Viele junge Zugewanderte stehen vor besonderen Herausforderungen, wenn sie in Deutschland studieren wollen. Sprachbarrieren, unterschiedliche Bildungssysteme und bürokratische Hürden erschweren oft den Zugang zur Hochschule.  

Genau hier setzt der Garantiefonds Hochschule an: Er fördert gezielt Bildungsangebote wie Sprachkurse, Vorbereitungskurse auf die Hochschulreife oder fachliche Qualifizierungen, die den Einstieg ins Studium erleichtern. 

Warum ist das Programm gerade heute besonders wichtig? 

In einer Zeit, in der globale Krisen, Fluchtbewegungen und gesellschaftliche Veränderungen zunehmen, wächst auch die Bedeutung von Integration und Chancengleichheit. Junge Zugewanderte sind oft mit Herausforderungen konfrontiert – sei es durch Sprachbarrieren, unsichere Aufenthaltslagen oder fehlende familiäre Unterstützung. Gleichzeitig sind ihre Potenziale und Talente eine wertvolle Ressource für unsere Gesellschaft. 

Der Garantiefonds Hochschule schafft hier eine Brücke:  

Er ermöglicht jungen Menschen, trotz widriger Umstände, eine akademische Qualifikation zu erlangen und sich so langfristig selbstbestimmt und nachhaltig in Deutschland zu integrieren. Gerade jetzt ist es wichtiger denn je, Bildungschancen sinnvoll zu nutzen und junge Zugewanderte auf ihrem Weg zu begleiten. 

 

Arbeitsmarktliche Bedeutung junger Zugewanderter 

Deutschland steht vor großen demografischen Herausforderungen:  Unsere Bevölkerung wird älter, Fachkräfte werden dringend benötigt.  

Junge Zugewanderte spielen eine wichtige Rolle, um den Arbeitsmarkt nachhaltig zu stärken. Mit einer akademischen Ausbildung eröffnen sich für sie vielfältige berufliche Perspektiven, vom Ingenieurwesen über Medizin bis hin zu sozialen Berufen. 

Der Garantiefonds Hochschule trägt dazu bei, diese Potenziale zu fördern und junge Zugewanderte gezielt auf den deutschen Arbeitsmarkt vorzubereiten. So profitieren nicht nur die Personen selbst, sondern auch die Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt von einer gut ausgebildeten, vielfältigen Fachkräftebasis. 

 

 

Gefährdung des Programms durch Sparmaßnahmen 

Trotz seiner großen Bedeutung und langjährigen Geschichte steht der Garantiefonds Hochschule aktuell aufgrund von Sparmaßnahmen vor Unsicherheiten. Eine Kürzung oder Einstellung des Programmes hätte gravierende Auswirkungen:  

Junge Zugewanderte würden wichtige Unterstützungsangebote verlieren, die ihnen den Zugang zur Hochschule und damit zum Arbeitsmarkt ermöglichen. Dies würde nicht nur individuelle Bildungschancen mindern, sondern auch langfristig den Fachkräftemangel verschärfen und die gesellschaftliche Integration erschweren.  

In Zeiten, in denen qualifizierte Fachkräfte und gesellschaftlicher Zusammenhalt dringend gebraucht werden, wäre dies ein Rückschritt für uns alle.  

Auch deshalb fordern wir alle Menschen auf, auf die Wichtigkeit der Fortführung und Weiterentwicklung des Garantiefonds Hochschule in Ihrem Wirkungskreis hinzuweisen. 

 

Unsere Angebote in Stuttgart und Umgebung 

Als Träger vor Ort bietet die AWO Stuttgart umfassende Bildungsberatung und individuelle Unterstützung für junge Menschen mit Migrationsgeschichte an.  

Unsere erfahrenen Berater*innen begleiten Studieninteressierte dabei, den passenden Bildungsweg zu finden, unterstützen bei der Bewerbung und helfen bei der Organisation von Fördermöglichkeiten. Neben unserer Beratung in der Olgastraße bieten wir auch nach Absprache Beratungen in Tübingen und Freudenstadt an.  

Starke lokale Partner*innen wie das Deutschkolleg e.V. als Sprachkursanbieter, sowie IN VIA als ergänzende Beratungsstelle in Stuttgart sind wertvoll und notwendig, um gemeinsam unsere Ziele zu erreichen und der hohen Anzahl an Ratsuchenden Rechnung zu tragen. 

Wir bieten unter anderem folgende Leistungen an: 

-        Individuelle Beratung und Bildungsplanung (auch auf Englisch) 

-        Unterstützung bei der Anerkennung von Schul- und Studienleistungen 

-        Förderung von Deutschkursen  

-        Begleitung und Unterstützung bei der Suche nach passenden Studiengängen und Finanzierungsmöglichkeiten 

 

Kontakt und weitere Informationen 

Wenn Sie, Ihre Angehörigen oder Bekannten Interesse an einer akademischen Ausbildung in Deutschland haben, sind Sie bei uns genau richtig.  

Die AWO Stuttgart bietet eine vertrauensvolle Anlaufstelle, um individuelle Fragen zu klären und den Weg zum Studium gemeinsam zu gestalten. 

Online-Anmeldung zur Beratung hier klicken:  

https://www.bildungsberatung-gfh.de/wde/kontakt/online-anmeldung-antrag.php  

Mehr Infos zum GF-H und zur Wirkung unserer Arbeit: 

-        GF-H Webseite mit Erfahrungsberichten von Teilnehmenden: https://www.bildungsberatung-gfh.de/wde/aktuelles/erfolgsgeschichten.php?navid=651567651567 

-        Social Media des GF-H: 

https://www.instagram.com/bildungsberatung_gfh/ 

https://www.linkedin.com/company/bildungsberatung-garantiefonds-hochschule/posts/?feedView=all  

-        AWO Stuttgart Webseite GF-H 

https://awo-stuttgart.de/migration/schulabschluss-und-studium/bildungsberatung-garantiefonds-hochschule 

-        Social Media des JDM der AWO Stuttgart: 

https://www.instagram.com/jmd_awo_stuttgart/ 

 

 

 

Einleitungsbild Eingeschränkter Zugang statt Rundumversorgung: Die Gesundheitsversorgung von Geflüchteten
Eingeschränkter Zugang statt Rundumversorgung: Die Gesundheitsversorgung von Geflüchteten

Faktencheck #16

Viele erinnern sich noch an die Aussage des heutigen Bundeskanzlers Friedrich Merz aus dem Jahr 2023. Er behauptete, abgelehnte Asylbewerberinnen würden in Deutschland umfassende Leistungen erhalten, sich „die Zähne neu machen lassen“ und dadurch deutschen Patient*innen Behandlungstermine wegnehmen.[1] Auch in der aktuellen Migrationsdebatte gibt es immer wieder ähnliche Behauptungen.[2] Doch was stimmt tatsächlich? Dieser Faktencheck wirft einen Blick auf die rechtlichen Rahmenbedingungen der Gesundheitsversorgung von Geflüchteten und zeigt: Die Realität ist deutlich differenzierter und von erheblichen Einschränkungen geprägt.

Geflüchtete, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) beziehen, sind grundsätzlich von der regulären gesetzlichen Krankenversicherung ausgeschlossen. Das betrifft Personen im Asylverfahren, geduldete sowie ausreisepflichtige Personen. Ihre medizinische Versorgung richtet sich stattdessen nach §4 des AsylbLG.  Die ärztliche und zahnärztliche Versorgung ist dabei beschränkt auf die Behandlung akuter Erkrankungen und Schmerzzustände. 
Es können zwar nach §6 AsylbLG in Einzelfällen weitere Leistungen gewährt werden, sofern diese zur Sicherung der Gesundheit unerlässlich sind. Hierzu zählen beispielsweise psychotherapeutische Behandlungen, die Versorgung chronischer Erkrankungen sowie Pflegeleistungen und Eingliederungshilfen. Über die Bewilligung solcher Leistungen entscheidet jedoch die zuständige Behörde im Einzelfall. In der Praxis werden solche Anträge restriktiv geprüft und häufig abgelehnt.[3]

Eine angemessene Gesundheitsversorgung wird zudem durch bürokratische Hürden und lange Bearbeitungszeiten erschwert.[4] Während in einigen Bundesländern elektronische Gesundheitskarten genutzt werden, erhalten Geflüchtete in Baden-Württemberg und damit auch in Stuttgart sogenannte Krankenscheine bzw. Behandlungsausweise.[5] Viele Arztpraxen sind mit diesem Verfahren nicht vertraut und haben dadurch einen höheren Verwaltungsaufwand. Gleichzeitig führen die Krankenscheine für die Betroffenen zu mehr Stigmatisierung und Diskriminierung im Gesundheitswesen.[4]

Erst nach 36 Monaten Aufenthalt in Deutschland haben Geflüchtete ein Recht auf den gleichen Leistungsumfang wie bei einer gesetzlichen Krankenversicherung. Außerdem können sie eine gesetzliche Krankenversicherung erhalten, wenn ihr Asylverfahren positiv entschieden wurde oder wenn sie eine versicherungspflichtige Beschäftigung aufnehmen. Hierfür muss jedoch eine entsprechende Arbeitserlaubnis vorliegen.[6] Eine Ausnahme bilden außerdem Kinder und Jugendliche. Diese haben seit Umsetzung der GEAS-Reform ab dem 12.06.2026 Anspruch auf eine Gesundheitsversorgung wie gesetzlich Versicherte.[7]

Zusammenfassend lässt sich festhalten: Geflüchtete, die Asylbewerberleistungen beziehen, haben keinen ausreichenden Zugang zur Gesundheitsversorgung. Die einschränkende Sonderbehandlung ist rechtlich umstritten und verstößt gegen grundlegende Prinzipien des Verfassungs-, Europa- und Völkerrechts.[8] Durch weitere Hürden, wie fehlende Sprachmittlung, überlastete Praxen und rassistische Diskriminierung, wird eine bedarfsgerechte gesundheitliche Versorgung zusätzlich erschwert.[9]

 

1 Warum sich Merz' Aussage zu Asylbewerbern nicht halten lässt | tagesschau.de

2 Gesundheitsreform: AfD-Politiker streut Falschbehauptung zu Asylbewerbern

3 Gerloff, Volker. 2023. Das Asylbewerberleistungsgesetz für die Soziale Arbeit. 1. Auflage. With Dorothee Frings. Kompendien der Sozialen Arbeit. Nomos. Seiten 181-187

4 BAfF (2025):  „Flucht & Gewalt. Psychosozialer Versorgungsbericht Deutschland 2025“

5 Medizinische Versorgung | Geflüchtete in Stuttgart

6 Informationsverbund Asyl & Migration - Gesundheitsversorgung

7 Neuerungen bei der Gesundheitsversorgung von Kindern und Jugendlichen im AsylbLG - Der Paritätische - Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege

8 Gerloff, Volker. 2023. Das Asylbewerberleistungsgesetz für die Soziale Arbeit. 1. Auflage. With Dorothee Frings. Kompendien der Sozialen Arbeit. Nomos. Seiten 193-199

9 BAfF (2026):  „Flucht & Gewalt. Psychosozialer Versorgungsbericht Deutschland 2026“

 

 

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Tel.:0711 21061-0,
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