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"Egal was kommen wird, es wird gut gehalten."

Julia ist Teilnehmerin im aktuellen Qualifizierungskurs unseres Hospizdienstes, der im vergangenen Herbst gestartet ist. Sie wird uns in den kommenden Monaten in unregelmäßigen Abständen von ihrer Reise durch den Kurs und den Start in die ehrenamtliche Hospizarbeit berichten.Julia ist 44 Jahre alt und wohnt mit ihrer Familie in Stuttgart. Sie arbeitet als Heilpraktikerin, beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie, in eigener Praxis.



Erzähl doch mal, wie du zu der Idee kamst, Hospizarbeit machen zu wollen.
Das Thema war schon lange in meinem Kopf. Es war für mich so klar, dass ich dies irgendwann machen werde, dass ich das auch immer wieder zu Menschen im Bekanntenkreis gesagt hatte. Ich wusste nur noch nicht, wann der richtige Zeitpunkt dafür ist.

Was meinst du damit?
Auch wenn ich wusste, dass ich Hospizarbeit machen möchte, habe ich einen gewissen Respekt gespürt. Zudem hätte diese Aufgabe einfach noch nicht in mein Leben gepasst. Vor allem hatte ich aber das Gefühl, dass ich selbst für mich noch ein bisschen innere Auseinandersetzung mit den Themen Sterben, Tod, Trauer brauchte – um bereit dafür zu sein, andere Menschen darin zu begleiten. Meine Eltern sind früh gestorben, was viel Verarbeitung brauchte. Vor allem der frühe, schwere Verlust meiner Mutter war sehr prägend für mich.

Was hatte sich dann verändert, so dass du nun Teilnehmerin unseres Kurses bist?
Das Thema hat sich für mich weiter verdichtet. Durch eigene Erfahrungen der vergangenen Jahre, aber auch durch meine therapeutische Arbeit, in der ich inzwischen einen Schwerpunkt auf Trauerarbeit gelegt habe. Zudem ist vor einem Jahr ein mir sehr nahestehender Onkel verstorben. Damals hätte ich ihn gern enger begleitet, was aber von ihm nicht gewünscht war. Er war ein Mensch, der für sich sterben wollte. Das war spürbar. Ich war dann froh über die Momente, die ich ihn noch sehen konnte. Und habe dabei wieder gemerkt, wie groß mein Wunsch ist, Menschen in solchen Situationen zu begleiten – Menschen, die sich auch begleiten lassen möchten! Ich wusste dann, dass der Moment, den Schritt in die Sterbebegleitung zu gehen, nun da ist.

Wie bist du dann zur AWO gekommen?
Ich hatte vor zwei Jahren schon einmal Kontakt aufgenommen mit Christoph (Keiper) und mich damals aber gegen den startenden Kurs entschieden. Es passte für mich noch nicht. Mit der neuen Kontaktaufnahme habe ich dann richtig gespürt, dass jetzt die Zeit reif ist, dass ich diese Aufgabe nun wirklich angehen will.

War es für dich wichtig, dass der Hospizdienst der AWO nicht-konfessionell und humanistisch ausgerichtet ist?
Bei meiner ersten Recherche hatte ich schnell die AWO gefunden und sofort gewusst, dass das viel besser zu mir passt. Ich bin zwar offiziell evangelisch, habe aber recht wenig Bezug zur Kirche. Und alles, was ich zur AWO gelesen hatte und zum Hospizdienst, hat mich direkt angesprochen. Gerade die humanistische Grundhaltung. Ich bin nach humanistischen psychotherapeutischen Methoden ausgebildet und diese Sichtweise auf den Menschen und dessen Begleitung entspricht mir total. Das hat sich einfach alles sehr stimmig angefühlt!

Der Qualifizierungskurs ist nun in vollem Gange. Wie war der Start für dich?
Ich hatte mich schon die Monate vorher sehr auf den Start gefreut und dachte des Öfteren: Wann geht's jetzt endlich los? Der Start war dann sehr angenehm. Es war vom ersten Termin an eine Atmosphäre, in der ich mich wohlgefühlt habe. Wir haben zunächst viel zum Thema Kommunikation gemacht und bislang noch recht wenig zu eigenen Erfahrungen mit dem Tod. Das heißt, bisher war es noch nicht so intensiv für mich bezüglich eigener emotionaler Selbsterfahrung. Sollte ich hier mit meinen Themen in Kontakt kommen, weiß ich auch momentan nicht genau, wie das für mich werden wird. Aber es ist dieses Gefühl da: egal was dort kommen wird, es wird gut gehalten.

Gibt es Inhaltlich etwas, wo du sagst, das hat direkt stark resoniert mit dir?
 Zurzeit machen wir viele Rollenspiele und jeder darf sich als Begleiterin oder Begleiter ausprobieren. Dabei wird aus meiner Sicht besonders deutlich, wie unterschiedlich wir alle sind und dass diese Vielfalt sehr wertvoll ist für unsere künftige Aufgabe. Wir lernen gemeinsam, probieren uns gemeinsam aus – dabei gibt es kein Richtig und kein Falsch. Und jeder geht künftig mit seiner und ihrer persönlichen Lebensgeschichte und -erfahrung in die Begleitungen. Das finde ich sehr schön und auch hier erkenne ich die humanistische Grundhaltung wieder.

Hast du bereits eine konkrete Idee dazu entwickeln können, wie du ab dem kommenden Sommer dann selbst in Sterbebegleitungen gehen wirst?
 Ich glaube, es ist ganz wichtig, auf die eigene Intuition und das, was sich jetzt im Laufe des Kurses entwickelt, zu vertrauen. Denn es wird sicherlich Situationen geben, mit denen ich vorher nicht gerechnet hätte oder die vorher auch wenig planbar sind. Ich habe auch einen Teil in mir, der gerne planen möchte, der gerne vorbereitet ist und der gerne die Kontrolle behält. Da merke ich immer wieder, wie gut es tut oder wie wichtig es ist, sich in unvorhergesehenen Situationen einfach einzulassen und im Vertrauen zu bleiben. Um im jeweiligen Moment so zu handeln, wie es sich gut anfühlt. Intuitiv und authentisch. Die Art und Weise, wie wir im Kurs über diese potenziellen Situationen sprechen, hilft mir dabei.

Einleitungsbild Die Weihnachtsfeier der Gemeinschaftsunterkunft Obertürkheim
Die Weihnachtsfeier der Gemeinschaftsunterkunft Obertürkheim

Wenn im Stadtteil- und Familienzentrum Heidelbeere in Obertürkheim die ersten Lichter angehen und sich der Duft von Kinderpunsch, Chai und Lebkuchen ausbreitet, beginnt für viele Familien aus unserer Gemeinschaftsunterkunft ein ganz besonderer Moment: Die alljährliche Weihnachtsfeier im Rahmen einer Wunschbaumaktion organisiert durch den Freundeskreis Obertürkheim und Wangen. Die Wünsche der Kinder im Wert von maximal 20 Euro wurden zuvor in der Kirchengemeinde Obertürkheim ausgehängt und von einzelnen Privatpersonen besorgt und liebevoll eingepackt.

Als wir die Räumlichkeiten betreten, leuchten die Kinderaugen, da sie sich bereits Wochen zuvor Gedanken zu Ihren Wünschen für die Wunschbaumaktion gemacht hatten. Wünsche wie beispielsweise Spielzeugautos, Puppen, Fußbälle oder auch Trikots haben Sie für den Weihnachtsmann aufgeschrieben oder gemalt. Die Tische des Stadtteilzentrums sind weihnachtlich geschmückt und mit Bastelmaterial versehen, sodass die Wartezeit für die große Geschenkübergabe noch in gemeinschaftlichen spielerischen Aktionen überbrückt werden kann. Es wird laut gesprochen und gelacht – die Stimmung ist ausgelassen und alle sind in Vorfreude auf das große Highlight: den Weihnachtsmann, welcher nach einer ganzen Weile bepackt mit allen Geschenken durch die Tür stürmt. Die Kinder laufen aufgeregt durcheinander, manche stürmen auf den Weihnachtsmann zu, andere bleiben noch ängstlich bei Ihren Eltern stehen. Doch als der Weihnachtsmann die Namen jedes einzelnen Kindes aufruft, springt selbst das schüchternste Kind über seinen Schatten und holt voller Stolz sein Geschenk persönlich ab. Danach wird sich verabschiedet und Kontakte werden ausgetauscht, bevor alle Familien ganz beseelt wieder zurück in die Gemeinschaftsunterkunft gehen, um dort die Geschenke auszupacken.

Seit Jahren engagiert sich der Freundeskreis Obertürkheim und der Freundeskreis Wangen insbesondere zur Weihnachtszeit für die Familien der Unterkunft in Obertürkheim. Seit letztem Jahr auch zusätzlich durch die Kooperation des Stadtteil- und Familienzentrums Heidelbeere. Die Weihnachtsfeier bringt die Menschen zusammen, die sich sonst vielleicht nie begegnet wären – Familien aus der Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete, engagierte Ehrenamtliche, Nachbarinnen und Nachbarn aus dem Viertel. Es entsteht der Raum für echte Gespräche, für neugierige Fragen, gemeinsames Lachen und spielerisches Kennenlernen. Gleichzeitig ist dieser Abend besonders auf die Kleinsten ausgelegt und soll den Kindern vermitteln, dass ihre Wünsche wichtig sind und gesehen werden. So verbinden die Weihnachtsfeier und die Wunschbaumaktion das Schöne mit dem Bedeutenden: Freude schenken und Gemeinschaft stärken.  

 

Einleitungsbild Für ein gutes Leben im Alter! Deine Spende zählt!
Für ein gutes Leben im Alter! Deine Spende zählt!

Unter diesem Motto steht die diesjährige Spendenaktion der AWO Stuttgart.

Einige unserer Klientinnen und Klienten haben erzählt, warum ihnen die AWO Stuttgart in ihrem Leben so wichtig ist. Entweder, weil sie die Angebote in unseren Einrichtungen nutzen, oder weil sie sich ehrenamtlich in der AWO engagieren. 

Hier berichten Fritz und Frieda, warum ihnen unsere Einrichtungen der Altenhilfe so wichtig sind:

 

Sie sehen: Unsere Begegnungsstätten sind Orte voller Leben und Zusammenhalt. Hier treffen sich Menschen, um gemeinsam Mittag zu essen, Zeit zu verbringen, sich auszutauschen und neue Freundschaften zu schließen. Die aktuelle Sparpolitik im Sozialwesen stellt jedoch auch unsere Angebote der offenen Altenhilfe vor große finanzielle Herausforderungen. Um unsere Einrichtungen mit unseren Fachkräften nach wie vor bedarfsgerecht betreiben zu können, sind wir auf zusätzliche Gelder angewiesen. 

Darum wenden wir uns heute an Sie: Bitte helfen Sie uns mit Ihrer Spende, die Türen unserer Begegnungsstätten offen zu halten und weiterhin einen Ort der Wärme, des Respekts und der Gemeinschaft für unsere Seniorinnen und Senioren zu sichern.

Sie können sicher online spenden oder über unser Konto bei der Sozialbank, IBAN: DE98 3702 0500 0006 7420 02, BIC: BFSWDE33XXX

 

Einleitungsbild Kundgebung gegen die geplanten Kürzungen im Stuttgarter Doppelhaushalt am 15.12.2025
Kundgebung gegen die geplanten Kürzungen im Stuttgarter Doppelhaushalt am 15.12.2025

 

Unter diesem Motto rief die Liga der freien Wohlfahrtspflege am 15. Dezember 2025 ihre Mitarbeitenden zu einer Kundgebung auf, um aufzuzeigen, dass pauschale Einsparungen die Existenz vieler Einrichtungen gefährden. Betroffen davon sind alle, die auf die Unterstützung durch die Träger angewiesen sind: Kinder und Jugendliche, Menschen ohne Wohnung, Geflüchtete, ältere Menschen, Menschen mit psychischen Belastungen oder Suchterkrankungen. Wenn diese Hilfssysteme wegbrechen, verlieren diese Menschen Schutz, Stabilität und Perspektiven - und unsere ganze Stadt zahlt am Ende den Preis. 

Um 11.59 Uhr (1 vor 12!) demonstrierten mehrere Hundert Mitarbeitende der AWO Stuttgart und anderer sozialer Träger am Wilhelmsplatz lautstark gegen die von Verwaltung und Gemeinderat geplanten pauschalen Kürzungen beim Städtischen Doppelhaushalt. In ihrer Rede vor den Teilnehmenden machte AWO-Geschäftsführerin Nora Yildirim, die auch stellvertretende Sprecherin der Liga der Wohlfahrtspflege in Stuttgart ist, anhand von Zahlen auf die gravierenden Folgen der geplanten Einsparungen für die von den Trägern betreuten Personen aufmerksam und fragte "Wer, wenn nicht wir, kämpft für Sie?". 
Am 19.12.2025 trifft sich der Gemeinderat zur dritten und abschließenden Lesung, um den Doppelhaushalt für die Jahre 2026/2027 zu verabschieden.

Nach der Kundgebung auf dem Wilhelmsplatz erfolgte noch eine spontane Protestaktion der Mitarbeitenden vor dem Jugendhilfeausschuss im Rathaus der Stadt Stuttgart.

Die Liga der freien Wohlfahrtspflege warnt eindringlich: "Die geplanten Kürzungen im anstehenden Doppelhaushalt bei der sozialen Daseinsvorsorge sind nicht nur unsozial, sondern auch politisch und ökonomisch unverantwortlich. Stuttgart darf diesen Weg nicht gehen."

Rechte

Fotos: Hugh Hinderlider, Caritas Stuttgart

 

 

 

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