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Einleitungsbild Für ein gutes Leben im Alter! Deine Spende zählt!
Für ein gutes Leben im Alter! Deine Spende zählt!

Unter diesem Motto steht die diesjährige Spendenaktion der AWO Stuttgart.

Einige unserer Klientinnen und Klienten haben erzählt, warum ihnen die AWO Stuttgart in ihrem Leben so wichtig ist. Entweder, weil sie die Angebote in unseren Einrichtungen nutzen, oder weil sie sich ehrenamtlich in der AWO engagieren. 

Hier berichten Fritz und Frieda, warum ihnen unsere Einrichtungen der Altenhilfe so wichtig sind:

 

Sie sehen: Unsere Begegnungsstätten sind Orte voller Leben und Zusammenhalt. Hier treffen sich Menschen, um gemeinsam Mittag zu essen, Zeit zu verbringen, sich auszutauschen und neue Freundschaften zu schließen. Die aktuelle Sparpolitik im Sozialwesen stellt jedoch auch unsere Angebote der offenen Altenhilfe vor große finanzielle Herausforderungen. Um unsere Einrichtungen mit unseren Fachkräften nach wie vor bedarfsgerecht betreiben zu können, sind wir auf zusätzliche Gelder angewiesen. 

Darum wenden wir uns heute an Sie: Bitte helfen Sie uns mit Ihrer Spende, die Türen unserer Begegnungsstätten offen zu halten und weiterhin einen Ort der Wärme, des Respekts und der Gemeinschaft für unsere Seniorinnen und Senioren zu sichern.

Sie können sicher online spenden oder über unser Konto bei der Sozialbank, IBAN: DE98 3702 0500 0006 7420 02, BIC: BFSWDE33XXX

 

Einleitungsbild Faktencheck zum Jahresende: Wer wir sind.
Faktencheck zum Jahresende: Wer wir sind.

  Faktencheck #11

Faktencheck zum Jahresende: Wer wir sind

Zum Jahresende möchten wir uns bei allen bedanken, die unsere monatlichen Faktenchecks gelesen und in ihren Teams, Einrichtungen oder im privaten Umfeld geteilt haben. 

Wir hoffen, dass wir mit unseren Beiträgen zur Aufklärung über Hintergründe, Zusammenhänge und Fakten rund um das Thema Flucht beitragen konnten.

Unser Ziel war und ist es, Vorurteile abzubauen, Rassismus entgegenzuwirken und verlässliche Informationen bereitzustellen. Mit unseren Faktenchecks möchten wir eine Grundlage für Austausch, Diskussion und Begegnung schaffen.

Unser Team besteht aus insgesamt 40 Mitarbeitenden, darunter Sozialarbeitende, Hausleitungen, Studierende, Freiwilligendienstleistende und Aushilfen. 

·         34 Frauen und 6 Männer. 

·         Die jüngste Person ist 18, die älteste 47 Jahre alt. 

·         Die langjährigste Teamkollegin bzw. der langjährigste Teamkollege arbeitet seit 15 Jahren, die kürzeste seit drei Monaten im Sozialdienst für Geflüchtete der AWO Stuttgart.

·         In unserem multiprofessionellen Team können wir Beratungen in bis zu 16 Sprachen anbieten.

·         In unseren 32 Unterkünften haben wir Platz für bis zu 1.400 Geflüchtete.

·         Wir sind in zehn verschiedenen Stuttgarter Stadtteilen aktiv.

·         In den Unterkünften leben Menschen aus rund 39 verschiedenen Herkunftsländern.

·         Jährlich führen wir bis zu 14.000 Beratungsgespräche.

Wir freuen uns auf ein neues Jahr voller Faktenchecks – voller Haltung, Wissen und Fakten. Danke, dass ihr euch mit uns für eine offene und diskriminierungsfreie Gesellschaft stark macht!

Hier können Sie alle Faktenchecks des Jahres 2025 einsehen.

Einleitungsbild Kundgebung gegen die geplanten Kürzungen im Stuttgarter Doppelhaushalt am 15.12.2025
Kundgebung gegen die geplanten Kürzungen im Stuttgarter Doppelhaushalt am 15.12.2025

 

Unter diesem Motto rief die Liga der freien Wohlfahrtspflege am 15. Dezember 2025 ihre Mitarbeitenden zu einer Kundgebung auf, um aufzuzeigen, dass pauschale Einsparungen die Existenz vieler Einrichtungen gefährden. Betroffen davon sind alle, die auf die Unterstützung durch die Träger angewiesen sind: Kinder und Jugendliche, Menschen ohne Wohnung, Geflüchtete, ältere Menschen, Menschen mit psychischen Belastungen oder Suchterkrankungen. Wenn diese Hilfssysteme wegbrechen, verlieren diese Menschen Schutz, Stabilität und Perspektiven - und unsere ganze Stadt zahlt am Ende den Preis. 

Um 11.59 Uhr (1 vor 12!) demonstrierten mehrere Hundert Mitarbeitende der AWO Stuttgart und anderer sozialer Träger am Wilhelmsplatz lautstark gegen die von Verwaltung und Gemeinderat geplanten pauschalen Kürzungen beim Städtischen Doppelhaushalt. In ihrer Rede vor den Teilnehmenden machte AWO-Geschäftsführerin Nora Yildirim, die auch stellvertretende Sprecherin der Liga der Wohlfahrtspflege in Stuttgart ist, anhand von Zahlen auf die gravierenden Folgen der geplanten Einsparungen für die von den Trägern betreuten Personen aufmerksam und fragte "Wer, wenn nicht wir, kämpft für Sie?". 
Am 19.12.2025 trifft sich der Gemeinderat zur dritten und abschließenden Lesung, um den Doppelhaushalt für die Jahre 2026/2027 zu verabschieden.

Nach der Kundgebung auf dem Wilhelmsplatz erfolgte noch eine spontane Protestaktion der Mitarbeitenden vor dem Jugendhilfeausschuss im Rathaus der Stadt Stuttgart.

Die Liga der freien Wohlfahrtspflege warnt eindringlich: "Die geplanten Kürzungen im anstehenden Doppelhaushalt bei der sozialen Daseinsvorsorge sind nicht nur unsozial, sondern auch politisch und ökonomisch unverantwortlich. Stuttgart darf diesen Weg nicht gehen."

Rechte

Fotos: Hugh Hinderlider, Caritas Stuttgart

 

 

 

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"Ich bin mehr als meine Blindheit"
Tea Drmac ist eine geschätzte Mitarbeiterin der Personalabteilung bei der AWO Stuttgart

Begonnen hatte Tea Drmac mit einem Praktikum in der Geschäftsführung der AWO Stuttgart 2024. Schon schnell wurde deutlich, dass sich die junge Frau sehr geschickt anstellt und so wurde sie auch in anderen Teilen der Verwaltung eingesetzt. Heute arbeitet Tea Drmac in Teilzeit in der Personalabteilung der AWO Stuttgart. Ihre Blindheit ist dabei überhaupt kein Thema.

Anlässlich des 3. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung veröffentlichen wir erneut das 2024 das mit Tea Drmac für „AWO aktuell“ durchgeführte Interview.

Das Büro in der Olgastraße, in dem das Interview mit Tea Drmac, stattfinden soll, ist leer, der Arbeitsplatz mit Computerbildschirm und Tastatur verwaist. Da kommt eine junge, dunkelhaarige Frau mit sicheren Schritten den Gang entlang. Tea Drmac, ist blind und diese junge Frau im eleganten Kleid bewegt sich so sicher und ganz allein? Aber sie ist es: Tea Drmac, 26 Jahre alt, Kroatin, seit 2017 in Deutschland, derzeit Praktikantin im Sekretariat der AWO-Geschäftsführung und ab Mitte August Verwaltungskraft in Teilzeit. Sie stellt schon nach wenigen Sätzen freundlich-bestimmt klar: „Ich bin mehr als meine Blindheit!“ Und bevor sie Zeit für ein Gespräch hat, muss sie kurz am Computer checken, ob E-Mails eingegangen sind. Das ist mit technischer Unterstützung kein Problem. Dann schildert sie ihre außergewöhnliche Karriere, die – vor allem in einem Land, das sich seiner Inklusion rühmt – so außerordentlich gar nicht sein sollte und es doch ist.

Es war in Bosnien um die Jahrtausendwende, als die älteste Tochter der Familie Drmac an einem Hirntumor erkrankte. Da war die kleine Tea gerade mal zweieinhalb Jahre alt. Der Tumor drückte auf den Sehnerv und zerstörte ihn, so dass das Mädchen erblindete. Tea hatte Glück im Unglück: verständnisvolle, kluge Eltern und gute Lehrer. Die Eltern, die nach Tea noch zwei weitere Kinder bekamen, packten die blinde Tochter nicht in Watte, sondern behandelten sie ganz normal. „Ich durfte und musste alles mitmachen, was meine Schwestern auch gemacht haben“, erinnert sie sich an ihre Kindheit in Bosnien, „kochen, fahrradfahren, wäschewaschen.“ Das macht stark, selbstständig und selbstbewusst. In der Blindenschule, die sie in Bosnien besuchte, traf sie auf „richtig gute Lehrer“, sie lernte die Brailleschrift (Punktschrift), machte Abitur, lernte englisch, weil sie am liebsten in den USA studieren wollte. Inzwischen hatte die Familie beschlossen, 2017 nach Deutschland zu gehen. Tea kam mit, ohne den Traum von den USA ganz zu begraben. Zunächst aber musste sie den deutschen Hauptschulabschluss nachholen und langweilte sich in allen Fächern – außer in Deutsch. „Ich wollte studieren, aber mein Deutsch war nicht gut genug“, erinnert sich Tea Drmac an die Anfangszeit. Das änderte sich in den nächsten Jahren, inzwischen spricht sie die Sprache fließend. Als Blinde dem Sprachunterricht zu folgen, erklärt sie dem Sehenden, sei einfach, schwieriger sei es in Mathematik, wenn ständig Formeln an die Tafel geschrieben werden. Dafür braucht es eine sehende Assistenz.

Bei der Nikolauspflege in Stuttgart begann sie eine Ausbildung, erwarb zusätzliche Kenntnisse am PC und ließ sich, weil sie gute Noten hatte, zur Kauffrau für Digitalmarketing ausbilden. Es sei eine gute Idee gewesen, die Ausbildung bei der Nikolauspflege zu machen, resümiert sie und überhaupt „ist Bildung das Wichtigste! Man muss jede Chance nutzen, sich weiter zu bilden“, ist Tea Drmac überzeugt.

 Als ein Praktikum anstand, war klar: In der freien Wirtschaft wollte sie es nicht machen. Aber wo dann? „Versuchen Sie’s mal bei der AWO!“ riet eine Ausbilderin. „AWO? Was ist das?“ - „Googeln Sie mal!“. Tea Drmac googelte und staunte: „Wow!“ genau so etwas hatte sie sich vorgestellt. „Es macht mir wirklich Spaß“ sagt sie, „die Atmosphäre hier bei der AWO ist gut und die Kollegen sind so freundlich!“ Nach zwei Tagen konnte sie sich in den Räumen in der Olgastraße selbstständig orientieren, nur die Verkehrssituation rund um den Charlottenplatz findet sie ein wenig verwirrend – und das geht schon Sehenden so.

 Und weil Tea Drmac eine ist, die ihre Träume nicht nur träumt, sondern verwirklicht, war sie inzwischen auch für ein Austauschjahr in den USA – allein, was viel Organisation vorausgesetzt, aber gut geklappt hat. Zurück gekommen war sie mit der Erkenntnis, dass man in den USA in Sachen Inklusion deutlich weiter ist als hierzulande. „Und dabei dachte ich, dass hier alles hundert Prozent perfekt ist“. Der Vater bei ihrer amerikanischen Gastfamilie war ebenfalls blind, unterrichtete aber als Lehrer an einer Regelschule – und niemanden hat es gewundert, alle Kollegen in den Regelschulen wussten, wie sie mit blinden Menschen umgehen müssen. Nämlich so, wie mit jedem anderen Menschen auch – eigentlich.

 „Ich mag es nicht, wenn die Leute auf meine Blindheit fokussiert sind“, sagt Tea Drmac, „ich bin ein ganz normaler Mensch – und eigentlich immer gut gelaunt.“ Außerdem ist sie eine junge Frau, die sich gern gut kleidet, gern schwarz trägt, sich schminkt, am Wochenende Freunde trifft und gern ausgeht, manchmal auch ins Kino. Dank Audioscript („hören, was andere sehen“) ist das auch kein Problem. Und natürlich müsse keiner Bedenken haben, „guck mal!“ zu ihr zu sagen. Denn natürlich „sieht“ sie, wenn auch ein bisschen anders als andere, mit den Händen und mit den Ohren.

Nach der Ausbildung steht die Erfüllung eines weiteren Traumes an: Am liebsten möchte Tea Drmac berufsbegleitend Soziale Arbeit studieren und mit Familien und Jugendlichen zusammenarbeiten. Und wie es aussieht, wird sie auch diesen Traum realisieren.  

(ann)

 

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