Holger (Name geändert) ist seit einigen Jahren im Ruhestand. Den größten Teil seines Berufslebens hatte er bei einem Automobilhersteller in Zuffenhausen verbracht. Der Übergang in den neuen Lebensabschnitt war daher eine spürbare Veränderung. Für ihn stand jedoch von Anfang an fest, dass er sich nicht einfach zurücklehnen und abwarten würde, was kommt. Stattdessen machte er sich früh einen Plan.

Besonders wichtig war ihm der soziale Kontakt. Kolleginnen und Kollegen lassen sich zwar nicht einfach ersetzen, aber Holger war überzeugt, dass es genügend andere Menschen im Ruhestand geben musste, denen es ähnlich ging. Also beschloss er, jeden Tag zum Mittagessen zu gehen und zwar möglichst immer in ein anderes Restaurant. Da er schon früher häufig essen gegangen war, hatte er sich schon früh informiert, wo es einen Mittagstisch gab. Dass er dort allerdings regelmäßig auf bekannte Gesichter treffen würde, überraschte ihn dann doch. Oft saßen frühere Bekannte am Tisch oder sogar seine Nachbarin. Mit der Zeit blieb man auch mal länger sitzen, es entstanden feste Runden, fast schon Stammtische.

So wichtig die Gespräche auch waren, ganz allein darauf wollte Holger sich nicht verlassen. Fit bleiben sei schließlich genauso wichtig, meinte er und nur vom Reden bleibe man nicht beweglich. Trotzdem waren genau diese Gespräche entscheidend, denn ohne sie hätte er von vielen Möglichkeiten gar nichts erfahren. Er hörte von Menschen, für die die Rente finanziell nicht ausreichte und die deshalb weiterarbeiteten. Ihm selbst ging es weniger ums Geld als um eine sinnvolle Beschäftigung. Dabei erfuhr er, wie vielfältig ehrenamtliches Engagement sein kann. Besonders blieb ihm die Erzählung eines Bekannten im Kopf, der Fahrdienste für ältere Menschen übernahm.  Eine Idee, die Holger zuerst etwas amüsant fand.

Der entscheidende Kontakt ergab sich schließlich über seinen Sohn, der einen früheren Schulfreund hatte, der bei der AWO arbeitet. Holger sprach ihn darauf an und wenig später war er selbst bei den mobilen Diensten aktiv. Heute begleitet er Seniorinnen und Senioren beim Einkaufen, fährt sie zu Arztterminen oder hilft bei kleinen Reparaturen im Haushalt, etwa beim Wechseln von Glühbirnen.

Für Holger ist das Engagement eine klassische Win-win-Situation: Er bleibt beschäftigt, und gleichzeitig wird Menschen geholfen, die auf Unterstützung angewiesen sind. Oft mache die Arbeit sogar richtig Spaß. Dennoch merkt auch er inzwischen, dass er langsam kürzertreten muss. Der Körper meldet sich. Gerade deshalb wünscht er sich, dass es eines Tages auch für ihn Hilfe geben wird, sollte es ihm selbst einmal nicht mehr so gut gehen. Durch seine Tätigkeit sei ihm erst richtig bewusst geworden, wie viele Menschen im Alltag auf Unterstützung angewiesen sind.

Die AWO Stuttgart bietet verschiedene Möglichkeiten für eine ehrenamtliches Engagement an. Ganz klassisch oder auch für eine Aufwandsentschädigung. In der Altenhilfe können Sie sich in einem unserer Begegnungs- und Servicezentren oder einem unserer Stadtteilhäuser einbringen. Beispielsweise in der Cafeteria oder in den Kursen. Gerne aber auch in der Nachbarschaftshilfe, oder wie Holger, bei unseren mobilen Diensten. Infos erhalten sie vor Ort oder bei der Bereichsleitung Oliver Scherer unter 0711/21061-55 oder auf unserer Website unter www.awo-stuttgart.de. 

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