Die Entscheidung des Bundesministeriums für Bildung, Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ), den Garantiefonds Hochschule (GF-H) Ende 2026 einzustellen, ist ein fatales Signal für die Bildungsgerechtigkeit in Deutschland. Seit über 50 Jahren unterstützt das Programm junge Zugewanderte dabei, in Deutschland ein Studium aufzunehmen oder fortzusetzen, ein Vorhaben, das nicht nur individuell Perspektiven eröffnet, sondern auch gesellschaftlich unverzichtbar ist. Mit der geplanten Schließung wird eine Erfolgsgeschichte jäh beendet und Tausenden jungen Menschen die Chance auf Teilhabe erschwert.

Ein Programm mit messbarem Erfolg

Der GF-H kombiniert individuelle Begleitung mit finanzieller Förderung und ermöglicht so jungen Zugewanderten den Zugang zu Hochschulen. Viele Teilnehmende haben durch das Programm ihr Studium erfolgreich abgeschlossen und sind heute integraler Bestandteil des deutschen Arbeitsmarktes. Die AWO Stuttgart begleitet seit Jahren Ratsuchende, deren Lebensläufe zeigen, wie entscheidend diese Unterstützung ist: Ohne den GF-H hätten viele von ihnen weder die finanziellen Mittel noch die notwendige Orientierung gehabt, um ihr Potenzial auszuschöpfen.

Mittelkürzungen und falsche Prioritäten

Dass das Programm nun ausgerechnet in einer Zeit finanzieller Engpässe eingestellt werden soll, ist besonders bitter. Bereits 2026 gab es Mittelkürzungen, die die Ausbildung hunderter Ratsuchender gefährdeten. Doch statt die Förderung zu sichern, wird das Programm nun komplett gestrichen – ohne tragfähige Alternative. Dies widerspricht nicht nur dem Auftrag des BMBFSFJ, Integration durch Bildung zu fördern, sondern ignoriert auch die langfristigen volkswirtschaftlichen Vorteile einer gut ausgebildeten, diversen Fachkräftelandschaft.

Integration braucht Perspektiven – nicht leere Versprechen

Bildung ist der Schlüssel zur Integration. Junge Zugewanderte, die in Deutschland studieren möchten, stehen vor doppelten Hürden: Sie müssen sich im deutschen Bildungssystem zurechtfinden und ihre ausländischen Abschlüsse anerkennen lassen. Der GF-H hilft ihnen, diese Hürden zu überwinden: durch persönliche Beratung, Sprachkurse und Stipendien. Seine Einstellung bedeutet, dass diese Unterstützung wegfällt und damit auch eine Chance auf eine gelingende Integration in Deutschland. Gemeinsam mit anderen Beratungsstellen des GF-H fordert die AWO Stuttgart das BMBFSFJ auf, diese Entscheidung zu überdenken. Statt den GF-H abzuschaffen, sollte das Programm ausgebaut und langfristig gesichert werden. Denn Integration gelingt nicht durch Kürzungen, sondern durch Investitionen in Menschen. Es ist an der Zeit, dass die Politik Verantwortung übernimmt, jungen Zugewanderten Chancen bietet und somit Fachkräftenachwuchs sichert.

Die AWO Stuttgart steht für eine solidarische Gesellschaft, in der Bildung für alle zugänglich ist. Wir fordern: Kein Ende des Garantiefonds Hochschule, sondern eine Zukunft für junge Zugewanderte in Deutschland!

 

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