Volles Haus und „Feuer unterm Dach“ bei der Liga-Veranstaltung zur Landtagswahl am 10. Februar 2026 im Alten Feuerwehrhaus. Außer den Vertretern aus Politik waren viele Menschen aus der Fachpraxis und Zivilgesellschaft gekommen, um sich an diesem Nachmittag ein Bild über die Ansichten der Kandidierenden zu wichtigen gesellschaftlichen Themen zu machen.
Liga-Sprecherin Nora Yildirim begrüßte die Anwesenden und erhielt für Ihre Merksätze an die Politik viel Zustimmung im Raum: „Soziale Themen müssen im nächsten Landtag einen zentralen Platz einnehmen. Nicht als Randnotiz. Nicht als Kostenfaktor. Sondern als strategischer Schwerpunkt für ein Baden-Württemberg, das gerecht, widerstandsfähig und zukunftsfähig sein möchte.“ Nora Yildirim fuhr fort, „dass dazu gute Rahmenbedingungen für soziale Berufe gehören, eine stabile und verlässliche Finanzierung, mutige Antworten auf Fachkräftemangel, Armut, Inklusion und Teilhabe. Sie forderte eine Politik, die die Menschen in den Mittelpunkt stellt – nicht Systeme, Paragrafen und Zuständigkeiten.“
An die Kandidierenden appellierte sie: „Wir wünschen uns zukünftige Abgeordnete, die soziale Fragen nicht als "weich" betrachten, sondern als das, was sie sind: systemrelevant im besten Sinne. Menschenrelevant.
Vier der fünf zur Landtagswahl Kandidierenden aus verschiedenen Stuttgarter Wahlkreisen hatten in den Wochen zuvor bei einem Liga-Träger eine kurze Hospitation absolviert und berichteten von ihren Eindrücken der sozialen Arbeit vor Ort: in einer Begegnungsstätte, im Asylbüro, in der Suchtprävention und in einer Wohnanlage für Behinderte.
In der der anschließenden Diskussion, die von Heiner Heizmann vom Caritasverband Rottenburg-Stuttgart moderiert wurde, wurden dann die persönlichen und parteipolitischen Unterschiede zwischen den Kandidierenden deutlich. Florian Pitschel (Grüne), Saschi Thavakkumar (CDU), Hanna Binder (SPD) und Utz Mörbe (Die Linke) sprachen sich sachkundig und sachlich z.B. für ein Zeugnisverweigerungsrecht für die soziale Arbeit aus und versprachen die bürokratischen Hürden für Klient*innen z.B. bei der Ausländerbehörde lösungsorientiert im Blick zu haben.
Politisch kontrovers wurde auch über die Finanzierung der sozialen Arbeit in der aktuell schwierigen finanziellen Lage von Stadt und Land diskutiert. Während die Vertreter der Regierungsparteien von Grünen und CDU angesichts der finanziellen Situation um Verständnis für die Priorisierung und Konsolidierung warben, setzten sich die Kandidierenden von SPD und Linke für die Finanzierung der sozialen Arbeit durch eine starke Verschuldung und Vermögensumverteilung ein.Spalte


