Abschied, Verantwortung und ein neuer Weg für die AWO Stuttgart
Die Sonder-Kreiskonferenz der AWO Stuttgart am 25. September 2026 war in mehrfacher Hinsicht eine besondere Konferenz. 34 Stimmberechtigte, darunter acht Vorstandsmitglieder und 26 Delegierte aus den Stadtbezirken, kamen im Stadtteilhaus am Ostendplatz zusammen.
Zu Beginn gedachten die Anwesenden unserem im Frühjahr verstorbenen Vorsitzenden Harald Seeger. Sein Tod war für die AWO Stuttgart ein großer Einschnitt. Über viele Jahre hatte er unseren Kreisverband begleitet und geprägt. Auch die Weiterentwicklung und Modernisierung unserer Verbandsstrukturen hatte er noch mit auf den Weg gebracht.
Im Geschäftsbericht wurde deutlich, dass auch die vergangenen Jahre für die AWO Stuttgart nicht einfach waren. Nach finanziell schwierigen Jahren konnten wir unsere wirtschaftliche Situation in den letzten beiden Jahren stabilisieren. Gleichzeitig bleibt die Lage herausfordernd. Kürzungen und schwieriger werdende Rahmenbedingungen werden uns auch in den kommenden Jahren beschäftigen. Die vergangenen Jahre waren deshalb geprägt von Veränderungen, neuen Strukturen und einer stärkeren wirtschaftlichen Steuerung.
Ein neuer Vorstand für den Übergang
Bei den Nachwahlen ging es darum, die Verantwortung für die Zeit bis zur nächsten regulären Kreiskonferenz neu zu verteilen. Georg Ceschan stellte sich für ein Jahr als Vorsitzender zur Verfügung und wurde von der Kreiskonferenz gewählt. Neuer stellvertretender Vorsitzender wurde Friedhelm Nöh.
Damit ist zugleich klar: Dieser Vorstand gestaltet eine Übergangsphase. Bei der nächsten Kreiskonferenz wird bereits nach den neuen Strukturen des Präsidiumsmodells gewählt.
Neue Strukturen für die AWO Stuttgart
Denn die wohl wichtigste Weichenstellung des Tages war die umfangreiche Änderung unserer Satzung. Mit ihr hat die Kreiskonferenz die Einführung des Präsidiumsmodells beschlossen. Die neue Satzungsstruktur sieht künftig neben Kreiskonferenz und Kreisausschuss ein Präsidium sowie einen Vorstand nach § 26 BGB vor.
Was zunächst etwas technisch klingt, ist für die AWO Stuttgart ein wichtiger Schritt. Ehrenamtliche Verbandsverantwortung und die hauptamtliche Führung werden künftig klarer voneinander getrennt. Das Präsidium übernimmt dabei die ehrenamtliche Verantwortung und Aufsicht, während der hauptamtliche Vorstand das operative Geschäft führt.
Diese Modernisierung hatte Harald Seeger noch gemeinsam mit dem Bezirksverband vorangetrieben. Nun gehen wir diesen Weg weiter. Die AWO Stuttgart ist die erste AWO-Gliederung auf Kreisebene in Württemberg, die das Präsidiumsmodell einführt.
Durch die Konferenz und insbesondere durch die ausführlichen Satzungsänderungen führte unser Ehrenvorsitzender Fred Binder. Auf Vorschlag von Georg Ceschan war er zum Konferenzleiter gewählt worden.
Mit dem Präsidiumsmodell haben wir einen wichtigen Schritt für die Zukunft der AWO Stuttgart getroffen. Wir modernisieren unsere Strukturen, verteilen Verantwortung neu und stellen unseren Verband damit für die kommenden Jahre neu auf.


