„Am Ende wissen, wie es geht“ und das „Kleine 1x1 der Sterbegleitung“, mit diesen Worten beschreibt die gemeinnützige Initiative „Letzte Hilfe“ ihr Kursangebot. So wie Erste Hilfe bei akuten Verletzungen und Erkrankungen eingesetzt wird, soll die Letzte Hilfe Lebensqualität auch im Sterben sichern und Leid lindern. Zielgruppe der Kurse sind besonders auch Angehörige und Zugehörige.
Carola, die bei uns ehrenamtliche Hospizbegleiterin ist, besuchte den Letzte-Hilfe-Kurs im AWO Begegnungs- und Servicezentrum Zuffenhausen. Als Angehörige begleitete sie vor einigen Jahren schon ihre Mutter auf dem letzten Weg.
Wie erging es Carola mit dem Kurs? Reicht das Wissen aus, um Angehörigen und Zugehörigen ein Letzte-Hilfe-Handeln zu ermöglichen? Denn unterm Strich sind die Letzte-Hilfe-Kurse zeitlich sehr überschaubar – nur vier Stunden nehmen sie in Anspruch.
Komprimiertes Wissen in vier Stunden
Unsere Hospizbegleiterin Carola verbrachte in Zuffenhausen einen Letzte-Hilfe-Nachmittag. Meist werden Letzte-Hilfe-Abende organisiert, die um 20:30 oder um 21:00 Uhr enden. Immer eingehalten wird der Umfang von vier Stunden – genau diesen sieht das Letzte-Hilfe-Konzept vor.
„Ja, die Letzte-Hilfe-Kurse sind komprimiert“, so schätzt es Carola ein. „Ich bin aber nicht erschlagen, sondern erfüllt und leicht aus dem Kurs gegangen. Was hätte mir dieses Wissen damals geholfen, als meine Mutter in der letzten Phase ihres Lebens war.“
Wenn die Begleitung an Grenzen führt
Wie so viele andere Menschen fühlte sich Carola unsicher, als es damals um die Sterbebegleitung in der eigenen Familie ging. Vor allem gestand sie sich selbst kaum Pausen zu. Gerade bei nahestehenden Menschen fällt es vielen schwer, einmal nicht am Sterbebett zu sein. „Heute weiß ich, dass Menschen oft auch gerade dann gehen, wenn sie für sich sind. Man darf und muss sich Pausen zugestehen. Und dem sterbenden Menschen ebenso.“
Über die Letzte Hilfe am Schluss
Da Carola auch bereits den Qualifizierungskurs zur ehrenamtlichen Hospizbegleiterin besucht, stellt sich die Frage: Konnte sie bei der Letzten Hilfe noch Neues erfahren? „In jedem Fall.“, so Carola. „Aus der An- und Zugehörigensicht wirken die Inhalte noch einmal anders. Praktische Hilfen wie Mundpflege und Aromamassagen werden auch im Qualifizierungskurs vorgestellt. Die kann man eigentlich gar nicht oft genug ausprobieren. Schön, dass ich all das im Letzte-Hilfe-Kurs noch einmal durchführen konnte.“
Möchten Sie sich für einen Letzte-Hilfe-Kurs anmelden?
Die Letzte-Hilfe-Kurse in den Begegnungs- und Servicezentren der AWO Stuttgart sind dank einer Kooperation mit der gemeinnützigen Letzte-Hilfe-Gesellschaft und der energie-BKK kostenfrei. Die Kursanmeldungen sind über die Letzte-Hilfe-Website möglich – dort finden Sie auch weitere Informationen: www.letztehilfe.info/kurse
Unsere aktuellen Letzte-Hilfe-Kurse in Stuttgart
• 28. September 2026, 17:00–21:00 Uhr | AWO Begegnungs- und Servicezentrum Botnang, Griegstraße 8, 70195 Stuttgart. Link zur direkten Anmeldung.
• 21. Oktober 2026, 16:30–20:30 Uhr | AWO Begegnungs- und Servicezentrum Salzäcker, Widmaierstraße 137, 70567 Stuttgart. Link zur direkten Anmeldung.
• 3. November 2026, 16:30–20:30 Uhr | AWO Begegnungs- und Servicezentrum Dürrlewang, Osterbronnstraße 64B, 70565 Stuttgart. Link zur direkten Anmeldung.

Carola besuchte den Letzte-Hilfe-Kurs mit dem Blick der frischgebackenen Hospizbegleiterin. Dies ist der Auftakt einer dreiteiligen Erfahrungsbericht-Reihe von Carola.